5 Fragen zum ERP der Zukunft

Inhaltsverzeichnis

Interview mit Dirk Bingler – Sprecher der Geschäftsführung der GUS Deutschland GmbH

1. Welche Trends sehen Sie für Ihre Software in den nächsten 3, 5 und 10 Jahren und wo hat Ihr Unternehmen hier den größten Nachholbedarf?

Die zunehmende Digitalisierung setzt eine Vernetzung von Geräten, Maschinen und IT-Systemen voraus. Dies ist nur realisierbar, wenn IT-Systeme sich sicher nach außen öffnen sowie schnell und mit geringem Aufwand integrieren lassen. Auch werden künftig immer mehr Technologie- und Geschäftsplattformen entstehen, in die ERP-Anwendungen einzubinden sind. Weiterhin nimmt die Mobilität der Anwender sowie die Entwicklung neuer mobiler Endgeräte, Stichwort Datenbrillen bzw. Augmented Reality immer weiter zu. Hier sind nutzerfreundliche Applikationen und Oberflächen gefragt, die dem Anwender den Zugriff auf Unternehmensdaten und Prozesse von jedem Ort und mit jedem Endgerät ermöglichen. Und schließlich steigt mit der Vernetzung auch die Menge der Daten exponentiell an. Diese Informationen gilt es zu sammeln, zu analysieren und Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Dabei helfen Methoden der künstlichen Intelligenz und des Machine Learning. Wir als GUS Group sind uns dieser Trends nicht nur bewusst, sondern haben sie bereits in unserer Entwicklungs-Roadmap fixiert.

Dirk Bingler

2. Wie weit ist Ihre Software in Bezug auf alternative Eingabemöglichkeiten wie zum Beispiel Sprache?

Die Steuerung per Sprache war bereits vor dem Begriff der Digitalen Transformation Teil der GUS-OS Suite. So setzen einige unserer Kunden im Lager schon seit Jahren „Pick-by-voice“ ein, also die Kommissionierung via Sprache. Mit unserem GUS-OS Digital Hub bieten wir unseren Kunden zudem die Möglichkeit, ausgewählte Daten und Prozesse des ERP-Systems mit Maschinen, mobilen Anwendern, externen IT-Systemen oder Cloud-Services zu verbinden. Auch Sprachassistenten lassen sich so auf einfache Art und Weise an die GUS-OS Suite anbinden, um damit Prozesse zu steuern oder Informationen zu erhalten.

Dirk Bingler

3. Kann Ihre Software bereits alternative Ausgabemöglichkeiten wie Chatbots oder Sprache?

Ja. Mit Hilfe des Digital Hubs haben wir die Möglichkeit, auch moderne digitale Assistenten, wie Alexa oder Siri, oder auch Chatbots die in der Cloud laufen, mit unserem ERP-System zu verbinden. Beispiel: Ein Bot im Kundenservice greift auf die aktuellen Liefertermine oder den Status einer Bestellung im ERP-System zu. Er kann so automatisiert auf Anfragen reagieren und diese qualifiziert beantworten.

Dirk Bingler

4. Welche Pläne haben Sie mit Ihrer Software in Bezug auf sensorische Daten (IoT)?

Produktions-/Sensordaten von Maschinen müssen schnell verfügbar sein und liegen in der Regel in vielen unterschiedlichen Formaten vor. Aus diesem Grund passen sie üblicherweise nicht in das Raster einer klassischen relationalen SQL-Datenbank. Hier kommen dokumentorientierte oder so gennannte NoSQL Datenbanken zum Einsatz (NoSQL = Not only SQL). Mit ihnen lassen sich die verschiedenen Logfiles der einzelnen Geräte ablegen, ohne dass jedes Mal die Struktur angepasst werden muss. Die gesammelten In-formationen werden nicht direkt im ERP-System, sondern in einem vorgeschalteten Modul gespeichert und mit Hilfe statistischer Me-thoden, Machine-Learning- oder KI-Algorithmen (z. B. Deep Learning) analysiert und interpretiert. Daraus ergeben sich Modelle, mittels derer die ERP-Systeme eigenständig entscheiden oder zumindest Entscheidungen vorbereiten können, zum Beispiel bei der Initiierung von präventiven Wartungsarbeiten an einer Maschine. Für solche umfangreichen Rechenprozesse ist die Cloud fast unver-zichtbar, da sich darüber die benötigte Rechenleistung kurzfristig zuschalten lässt.

Dirk Bingler

5. Wird Ihre Software in Zukunft auch selbstständige Entscheidungen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) treffen können?

Ja, auf jeden Fall. Allerdings immer nur in dem Rahmen, den der Eigentümer oder Nutzer des Systems vorgibt. Der Einsatz von KI beginnt mit Empfehlungen, die noch durch einen menschlichen Entscheider im Rahmen eines Workflows freigegeben werden müssen. Darauf aufbauend wird das ERP-System innerhalb gewisser Parameter und auf Basis der vorliegenden Daten auch selbst ent-scheiden – zum Beispiel, wenn es um die Reihenfolgeoptimierung von Produktionsaufträgen geht.

Dirk Bingler

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