5 Fragen zu branchenspezifischer Unternehmenssoftware

Interview mit Dirk Bingler – Sprecher der Geschäftsführung der GUS Deutschland GmbH

1. Welche Vorteile oder Nachteile haben Softwareprodukte, die speziell für eine Branche ausgelegt sind?

Branchenspezifische Lösungen haben den Vorteil, dass sie genau auf die Abläufe zugeschnitten sind, die für eine bestimmte Branche wesentlich sind. Auch die Berücksichtigung gesetzlicher Anforderungen und Regularien ist bei Branchenanwendungen üblicherweise bereits integriert. Die GUS-OS Suite haben wir beispielsweise speziell für Unternehmen der Prozessindustrie und Kontraktlogistik entwickelt. Bereits in der Standardversion stellt die ERP-Lösung mehr als 1.000 vorkonfigurierte Prozesse und Teilprozesse bereit, die sich ohne Programmierkenntnisse in wenigen Schritten einfach zu einem Gesamtprozess modellieren lassen. Eine intuitiv bedienbare Benutzeroberfläche ermöglicht es den Nutzern außerdem, sich individuell Arbeitsoberflächen und Dashboards zusammenzustellen, Regiezentren bieten visuelle Entscheidungshilfen.

Dirk Bingler

2. Ist branchenspezifische Unternehmenssoftware grundsätzlich teurer als branchenneutrale Unternehmenssoftware?

Auf den ersten Blick sind branchenspezifische Lösungen bei den Lizenzen bzw. Nutzungsgebühren teurer als branchenneutrale ERP-Systeme. Betrachtet man jedoch das gesamte Einführungsprojekt, stimmt diese Rechnung nicht mehr. Denn in der Regel müssen die Unternehmen bei branchenspezifischen Lösungen weniger Anpassungen vornehmen, da diese bereits auf die speziellen Anforderungen der jeweiligen Sparte zugeschnitten sind. Das spart Zeit und Kosten.

Dirk Bingler

3. Welche Branche(n) hat Ihr Unternehmen im Fokus und was sind die besonderen Herausforderungen an diese Branche für Ihre Software?

Die GUS-OS Suite ist auf Unternehmen der Prozessindustrie und Kontraktlogistik zugeschnitten. In erster Linie richten wir uns an die Branchen Pharma, Medizintechnik, Chemie, Kosmetik sowie Nahrungs- und Genussmittel. Charakteristisch für diese Brachen sind kurze Entwicklungszyklen, vielstufige Fertigungsverfahren, strenge Zertifizierungsanforderungen sowie häufig sehr hohe Ansprüche an das Qualitäts- und Umweltmanagement. Ebenfalls eine große Herausforderung für unsere Kunden sind häufig sehr restriktive gesetzliche und branchenbezogene Vorgaben und Regularien, die sich oft ändern und je nach Land unterscheiden.

Dirk Bingler

4. Gibt es Vorteile oder Nachteile in der Alternative, eine (günstige / branchenneutrale) Standardlösung auf die eigenen Bedürfnisse zu individualisieren?

Wie bereits erwähnt, sind die Lizenzkosten für eine branchenneutrale Software sicherlich geringer. Dafür kann der Aufwand für die Anpassung einer horizontalen Lösung an die spezifischen Branchenanforderungen mitunter sehr aufwendig sein. Hilfreich ist es hier, einen externen Experten hinzuzuziehen, um genau zu prüfen, welche Alternative die bessere für das Unternehmen ist. Dabei spielen unter anderem auch die bereits vorhandenen IT-Systeme bzw. die Integration dieser Anwendungen in eine neue ERP-Lösung eine entscheidende Rolle.

Dirk Bingler

5. Was sollten Interessenten für Unternehmenssoftware beachten, um die Brancheneignung einer Software zu verifizieren oder sich für eine Individuallösung zu entscheiden?

Unternehmen sollten vor allem prüfen, ob ein Anbieter die Branche „versteht“ und bereits Referenzen vorweisen kann. Oft ist es auch sinnvoll, direkt mit Anwendern zu sprechen, die bereits Erfahrungen mit der Software gesammelt haben. In vielen Branchen spielen zudem gesetzliche Vorgaben oder Zertifizierungen eine immer wichtigere Rolle. Eine Software sollte diese auf jeden Fall abbilden können.

Dirk Bingler

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