Hintergrundinformationen für die Presse - Branchen der GUS Kunden

Hintergrund-Informationen zu den ERP-Branchen der GUS

Chemie-Industrie: Sehr gute Aussichten für mittelständische Spezialfertiger

Der deutsche Mittestand spielt in der Chemiebranche eine prägende Rolle. Von den hierzulande rund 2.000 Unternehmen der chemischen Industrie sind mehr als 90 Prozent kleine und mittelgroße Firmen. Vor allem als Lohn- und Spezialfertiger besetzen sie einen festen Platz im Markt, der zudem äußerst zukunftsfähig ist. So soll der Umsatz der Spezialchemie laut einer Prognose des VCI (Verband der Chemischen Industrie) bis 2030 um 1,8 Prozent jährlich wachsen – und damit stärker als die Chemiebranche insgesamt.

Auch generell stehen die Zeichen auf Expansion: Zwar nimmt der Anteil Deutschlands an der globalen Chemieproduktion im Lauf der nächsten Jahre leicht ab, vor allem, weil China kräftig Marktanteile sammeln wird. In Deutschland selbst ist dennoch weiter mit steigenden Umsätzen zu rechnen. Zuletzt (2017) legte der Branchenumsatz im Jahresvergleich um sechs Prozent auf rund 196 Milliarden Euro Umsatz zu. Für 2018 sagt der VCI ein Umsatzplus von 4,5 Prozent voraus.

Diese Stärke liegt zu einem großen Teil in der hohen Prozesssicherheit begründet, welche die deutsche Spezial- und Feinchemie auszeichnet. Die Unternehmen sind zum Beispiel in der Lage, die zumeist stark schwankenden Energie- und Rohstoffkosten aufzufangen. Weitere Herausforderungen sind vor allem kurze Entwicklungszyklen, restriktive Gesetzesauflagen und Zertifizierungsanforderungen, sowie hohe Ansprüche an das Qualitäts-, Logistik- und Umweltmanagement.

Strenge Regeln in Europa und weltweit

Hinsichtlich verbindlicher Rechtsnormen sind Unternehmen in Deutschland seit 2007 an die Europäische Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) gebunden. Danach dürfen innerhalb Europas nur Stoffe in Verkehr gebracht werden, die vorher registriert worden sind und über eine entsprechende Registrierungsnummer verfügen. Zusätzlich regelt REACH auch die Weitergabe von Informationen innerhalb der Lieferkette: So sind nachgeschaltete Anwender verpflichtet, Hersteller oder Importeure detailliert über die Verwendung der Chemikalien zu informieren. Diese müssen die Informationen in ihren eigenen Dokumenten berücksichtigen und Maßnahmen zur Risikominderung vorschlagen.

Hinzu kommen seit 2015 die Vorgaben aus der CLP-Verordnung (Classification, Labelling and Packaging). Die EU-Rechtsvorschrift ist die europäische Umsetzung der weltweit gültigen GHS-Norm (Globally Harmonized System of Classification, Labelling and Packaging of Chemicals). Sie verpflichtet Chemieunternehmen, Stoffe und Gemische zu kennzeichnen und entsprechende Sicherheitsdatenblätter zur Verfügung zu stellen, bevor die Waren in der EU in den Verkehr gebracht werden. Im Gegensatz zu REACH ist die CLP-Verordnung auch für kleinste Stoffmengen gültig.

Wer ins nicht europäische Ausland verkauft, unterliegt zudem der eigentlichen GHS-Norm. Sie weist zwar viele Überschneidungen mit CLP auf, aber in bestimmten Ländern, wie zum Beispiel den USA, auch signifikante Unterschiede. Hinzu kommen zum Teil Regularien, die nur für die Erstellung bestimmter Spezialprodukte gelten. Sie betreffen zum Beispiel Unternehmen, die lebensmittel- oder pharmazienah produzieren.

Stark schwankende Rohstoffpreise

Aufseiten der Rohstoffe haben es die Chemieproduzenten mit vielen Unwägbarkeiten zu tun. So schwankt die Verfügbarkeit vieler natürlicher Materialien, wie zum Beispiel Kautschuk, zum Teil sehr stark – etwa infolge von Missernten. Auch andere Stoffe wie Öl unterliegen einem steten Auf und Ab der Preise. Für Chemieunternehmen ist es daher erfolgsentscheidend, Rohstoffe rechtzeitig zu bevorraten, ohne gleichzeitig zu viel Kapital durch große Lagerkapazitäten zu binden. Dies geht nur durch eine gute und flexible Planung. Zugutekommt der Branche hier die verstärkte Automatisierung und Vernetzung von Prozessen, die durch die zunehmende Digitalisierung der Industrie vorangetrieben wird.

Die GUS-OS Suite bildet den Informationsfluss innerhalb der Lieferkette von Chemieproduzenten und die regulatorischen Anforderungen der Branche ab. Die ERP-Lösung hilft Unternehmen, Datenblätter vollständig zu verfassen, berücksichtigt Transportvorschriften, wie zum Beispiel die 1.000-Punkte-Regel, sowie Lagerkriterien (entsprechend den Technischen Regeln für Gefahrstoffe, TRGS 510) und unterstützt auch die entsprechende Etikettierung der Produkte.

Durchgängig digitalisiert

Die Wettbewerbsfähigkeit der mittelständischen Spezialfertiger hängt künftig zu einem großen Teil davon ab, inwieweit sie die Automatisierung ihrer Prozesse sowie die Fähigkeit, flexibel zu agieren, weiter vorantreiben kann. ERP-Systemen kommt dabei die Rolle zu, im Sinne von Industrie 4.0 einen durchgängigen, digitalisierten Geschäftsprozess abzubilden. Jede Palette, jedes Produkt kennt dann zum Beispiel seinen nächsten Bestimmungsort im Lager, in der Arbeitsvorbereitung oder im Warenausgang. Dazu muss das eingesetzte ERP-System ausgewählte Daten und Prozesse mit Maschinen, mobilen Anwendern, externen IT-Systemen oder Cloud-Services verbinden können.

Diese Aufgabe unterstützt der GUS-OS Digital Hub: Er stellt Funktionalitäten der ERP-Software nach außen bereit, ohne dabei sensible Stamm- oder Bewegungsdaten in der Cloud zu speichern. Wichtig dabei vor allem für Mittelständler: Sie müssen dafür nicht in teure Integrationsprojekte investieren, sondern erweitern lediglich das bestehende System um eine Plattform, die ihre Prozesse digital mit Menschen und Maschinen auf der ganzen Welt vernetzt.

Digital, individualisiert, fälschungssicher: Die Pharmabranche erfindet sich teilweise neu

80 Prozent der Entscheider in Pharmaunternehmen gehen davon aus, dass auf das Geschäftsmodell ihres jeweiligen Unternehmens ein starker Veränderungsdruck wirkt. Dieses Ergebnis der vom Fachmagazin PM-Report durchgeführten Studie „Pharmaausblick 2018“ unterstreicht: Auf dem Pharmamarkt bleibt derzeit kaum ein Stein auf dem anderen. Ein wichtiger Grund ist die Digitalisierung. Ihr messen über 60 Prozent der Befragten eine hohe oder sehr hohe Bedeutung für die Unternehmensentwicklung bei. Und all das, während an anderer Stelle gerade akuter Handlungsbedarf herrscht: Denn noch sind die Pharmahersteller voll mit der Umsetzung der Serialisierungs-Richtlinie der EU beschäftigt. Bis 9. Februar 2019 müssen die Unternehmen die Richtlinie erfüllen. Sie soll künftig verhindern, dass gefälschte Arzneimittel in Umlauf gebracht werden.

Lohnfertigung nimmt zu

Trotz dieser Herausforderungen schauen die Pharmaentscheider zuversichtlich in die Zukunft: 54 Prozent erwarten für 2018 ein Umsatzwachstum ihres Unternehmens im Vergleich zum Vorjahr. Mittelständische Pharmaunternehmen sichern ihr Geschäft zum Teil dadurch ab, dass sie als Lohnfertiger für große Pharmakonzerne fungieren. Nicht selten fahren mittelgroße Hersteller auch ein hybrides Geschäftsmodell: Zum einen setzen sie auf eigene, etablierte Marken als wichtigste Umsatzbringer, zum anderen arbeiten sie im Auftrag anderer Pharmaunternehmen. Diese Entwicklung wird weiter an Fahrt aufnehmen, da Patente für Arzneimittel schon nach zehn Jahren auslaufen und mittelständische Unternehmen nicht über ausreichende Forschungs- und Entwicklungsressourcen verfügen, um in kurzen Abständen neue Produkte auf den Markt bringen zu können.

Individuelle Medikamente für jeden Patienten

Hinzu kommt eine stille Revolution auf dem Pharmamarkt: Während es lange nur für die Allergiebehandlung patientenindividuelle Medikamente gab, breitet sich dieser Ansatz nun zunehmend auch auf den Gesamtmarkt aus. So setzt zum Beispiel die Krebsforschung derzeit verstärkt auf Heilmethoden und Pharmaprodukte, die individuell auf einzelne Patienten zugeschnitten sind.

Unternehmen sind daher gefordert, ihre Produktion wesentlich flexibler und offener für individualisierte Arzneien aufzustellen – bei unverändert hohen Qualitätsstandards. Dadurch ist der Aufwand natürlich ungleich höher. Umso wichtiger wird hier auch die Rolle des eingesetzten ERP-Systems, das trotz der geforderten Flexibilität und Individualität automatisierte und schlanke Prozesse ermöglichen muss. Dies gewährleistet die GUS-OS Suite, die prozessorientierte ERP-Unternehmenslösung der GUS Group, die seit mehr als 35 Jahren in der Pharmabranche aktiv ist. Rund 60 Unternehmen setzen allein in Deutschland auf die ERP-Lösung der GUS Group.

Ohne eine verstärkte Zusammenarbeit mit Partnern und Lieferanten lassen sich Digitalisierung und Individualisierung kaum wirtschaftlich durchführen. Entsprechend müssen Medikamentenhersteller ihre Prozesse anpassen und neue Werkzeuge und Anwendungen installieren. Dazu zählen zum Beispiel verbesserte Kalkulationsschemata für externe Produkt- und Dienstleistungsangebote, IT-Anwendungen für das Management von Ausschreibungen oder Tools zur Bewertung von Lieferanten. Die ERP-Lösung GUS-OS Suite ist speziell für die Prozessindustrie ausgelegt und bietet solche Funktionen an.

„Serialisierung“ weiter Thema Nummer eins

Thema Nummer eins in der Pharmabranche ist aber nach wie vor die 2016 in Kraft getretene Serialisierungs-Richtlinie der EU, die verschreibungspflichtige Arzneimittel künftig fälschungssicher machen soll. Bis spätestens Februar 2019 müssen Pharmahersteller die Verordnung umgesetzt haben. Dabei gibt es zwei wesentliche Herausforderungen: Zum einen führt die Serialisierung der Medikamente in den meisten Fällen zu einem sehr hohen organisatorischen Aufwand mit vielen Beteiligten. Zum anderen handelt es sich um ein Vorhaben, bei dem sowohl IT- und Beratungsspezialisten als auch die Unternehmen selbst kaum auf Erfahrungswerte zurückgreifen können.

Gerade kleinere Pharmahersteller unterschätzen oft, dass meistens auch Unternehmensbereiche von der Richtlinie betroffen sind, die mit der eigentlichen Produktion gar nichts zu tun haben. So gibt es beispielsweise fast immer Berührungspunkte mit dem Marketing: Jeder Hersteller muss zum Beispiel entscheiden, welches Siegel er wählt und wo er den 2D-Code auf der Packung aufdruckt. Mitunter reicht der Platz gar nicht aus, so dass das Layout geändert werden muss. Das kann im Einzelfall sogar dazu führen, dass Unternehmen ihr Corporate Design als Ganzes hinterfragen müssen. Eine weitere große Herausforderung ist die enorme Datenmenge, die durch die eindeutige Identifizierung jedes einzelnen Medikaments entsteht. Denn statt wie bisher nur jede Charge zu berücksichtigen, muss künftig jede einzelne Verpackung erfasst und verarbeitet werden.

Um Arzneimittelherstellern hierbei Lösungen zu bieten, unterstützt die GUS Group die Initiative „securPharm“, hinter der Verbände der Pharmaindustrie, des Großhandels und der Apotheken stehen. Bereits mit der Verabschiedung der EU-Richtlinie 2011 begannen die Partner, ein System zum Schutz vor Arzneimittelfälschungen zu entwickeln. Dazu haben sie sich auch IT-Dienstleister ins Boot geholt, unter anderem den Systemintegrator Arvato Systems. In Kooperation mit Arvato bietet die GUS Group eine Lösung an, mit der Pharmaunternehmen ihre Produktionsprozesse so steuern können, dass sie die Anforderungen der Fälschungsrichtlinie entlang der gesamten Produktions- und Lieferkette erfüllen.

Deutsche Lebensmittel: Ein gesättigter Markt ordnet sich neu

Alibaba ist in Asien eine wichtige virtuelle Ladentheke für deutsches Bier geworden. Der deutsche Lebensmittel-Einzelhandel präsentiert hierzulande Produkte von Start-ups prominent in seinen Regalen. Und die Konsumenten wollen immer häufiger wissen, wo der angebotene Fisch gefischt und wie das Rind gehalten wurde. Zugleich ist der deutsche Markt gesättigt und die Preise steigen langsamer als Konsumgüter allgemein. Kurz: In kaum einer anderen Branche ist der Wettbewerb so hart wie im Markt für deutsche Lebensmittelhersteller.

Insbesondere mittelständische Produzenten finden sich oft zwischen den Stühlen wieder: auf der einen Seite die Handelsmarken der großen Retailer, auf der anderen Premiummarken, die selbst immer mehr unter Preisdruck geraten. Dies bedeutet für die Produzenten vor allem eines: weiter steigender Wettbewerb.

Exportgeschäft nimmt zu

Auch deshalb haben sich die Produzenten zunehmend dem Exportgeschäft zugewandt. Laut Exportbarometer von PricewaterhouseCoopers exportieren 82 Prozent mittlerweile auch in Länder außerhalb der EU – vor allem in die Schweiz, die USA und China. Da in diesen Ländern jeweils sehr unterschiedliche Regeln gelten, sind Lebensmittelproduzenten darauf angewiesen, flexibel und schnell agieren zu können. Vor allem auch mithilfe eines ERP-Systems wie der GUS-OS Suite: Mit ihr lässt sich das Geschäft sehr einfach skalieren, da sich neue Prozesse über einen Workflow-Designer intuitiv und individuell erstellen lassen und dabei immer update-fähig bleiben. Auch Fremdprodukte können die Unternehmen über standardisierte Schnittstellen einbinden – zum Beispiel Zollanwendungen für einen neuen Absatzmarkt.

Hohe Anforderungen an Transparenz

Wichtiger noch sind die ERP-Stellschrauben „Produktionseffizienz“ und „Qualität/Transparenz“. Denn die deutschen Lebensmittelproduzenten stehen – neben dem Preisdruck – vor einer weiteren Herausforderung: der Nachverfolgbarkeit. Denn die Verbraucher wollen genau wissen, was sie kaufen und essen. So entwickelt das Unternehmen GS1 Standards für Industrie und Handel, um Lieferketten weltweit transparent zu halten. Mithilfe der Blockchain-Technologie wird jede Transaktion innerhalb der Supply Chain dokumentiert – in Form eindeutiger internationaler Artikelnummern, die in Barcodes, RFID-Tags und für das Produktdaten-Management verwendet werden. Noch beschäftigen sich vor allem die großen Lebensmittelkonzerne mit solchen globalen Artikelidentnummern (GTIN). Doch der Mittelstand muss nachziehen, wenn er im Wettbewerb nicht zurückfallen will.

Digital verzahnte Geschäftsprozesse

Das Beispiel GS1 zeigt, dass Handel und Hersteller ihre jeweiligen Prozesse zunehmend über gemeinsame Plattformen miteinander verzahnen. Das Gleiche gilt auch für die Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern und Online-Vertriebskanälen wie Amazon & Co. Letztlich benötigen Produzenten eine digitale Verteilerplattform, über die sie externe Prozessketten technologisch einbinden können. Nur so erreichen sie die heute notwendige Flexibilität und Schnelligkeit.

Auch für das Bestandsmanagement geben Retailer die Verantwortung zunehmend an die Produzenten ab. Diese benötigen deshalb Big Data-Anwendungen, mit denen sie Absatzprognosen erstellen und ihre Lieferfähigkeit absichern. Über die sich derzeit rasant entwickelnden Technologien der Künstlichen Intelligenz und des Internets der Dinge (Industrie 4.0) lassen sich Warenströme und Lagerbestände weiter optimieren. Um über die notwendigen Daten verfügen zu können, ist eine Anbindung an das jeweilige ERP-System notwendig. Die GUS-OS Suite bietet dafür den „Digital Hub“. Dieser Service ermöglicht es, externen Partnern Dienste und Funktionalitäten der ERP-Software bereitzustellen, ohne dabei sensible Stamm- oder Bewegungsdaten aus der Hand zu geben.

Neue Produkte auf dem Vormarsch

Die neu auf den Lebensmittelmarkt drängenden (Start-up-)Unternehmen beherrschen diese Klaviatur digitalisierter Prozesse bereits. Sie konzentrieren sich ganz auf Produktentwicklung, Marketing sowie Vertrieb und überlassen die Produktion sozusagen als Commodity komplett Auftragsfertigern. Beispiel „soziale Marken“: Unter dem Label „Share“ positioniert etwa REWE neue Produkte sehr markant in den Märkten. Dafür bezahlen die Verbraucher vergleichsweise hohe Preise, wobei ein Teil des Erlöses in Umweltschutz-, Entwicklungs- oder soziale Projekte fließt.

Der Mehrwert für den Verbraucher liegt in diesem Fall nicht nur in der Qualität der Lebensmittel, sondern in ihrem Zusatznutzen. Entsprechend sind derartige Produkte ohne gezielte Marketingmaßnahmen und schnelle Entwicklungszyklen undenkbar. Auch solche Prozesse bildet die GUS-OS Suite ab, beispielsweise durch die Kampagnenfertigung, die Verwaltung von Sonderrabatten (z. B. Werbekostenzuschüsse) oder das Reklamationsmanagement.

Auch wer bei seinem eher klassischen Sortiment bleiben und vor allem durch Automatisierung Kosten sparen will, benötigt ein ERP-System wie die GUS-OS Suite. Die Lösung vernetzt Produzenten und Retailer miteinander und orchestriert sowie optimiert dabei die gesamte Wertschöpfungskette – von der Rohstoffversorgung über die Produktion bis in den Handel hinein.

Vor allem die Verfügbarkeit von Rohstoffen, die stark schwanken kann, erfordert eine rechtzeitige und vorausschauende Risikobewertung und Planung, die bei Bestellung, Bevorratung, Kalkulation, Produktentwicklung und Produktion zu berücksichtigen sind. Die GUS-OS Suite enthält deshalb variable Kalkulationsschemata. Diese ermöglichen laufende und wiederholbare Vorkalkulationen im Einkauf und bieten im Verkauf Entscheidungshilfen bei der Vergabe von Mengenrabatten oder nachträglichen Boni.

Hochregulierter Markt

Nicht zuletzt hat auch der Gesetzgeber sehr hohe Anforderungen an die Lebensmittelindustrie definiert – insbesondere, um gesundheitliche Schäden seitens der Verbraucher zu vermeiden. Die Branche zählt zu den am dichtesten regulierten Märkten überhaupt. So fordert zum Beispiel die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) der EU unter anderem genaue Angaben zu Zutaten, Energie- und Nährwerten, Allergenen, Herkunft des Produktes sowie Mindesthaltbarkeits- bzw. Verbrauchsdatum auf den Verpackungen. Die GUS-OS Suite erstellt die geforderten Zutatenverzeichnisse und Allergenangaben automatisch und bildet die Anforderungen der LMIV dadurch durchgängig ab. Zusätzlich gewährleistet die Anwendung die Einhaltung weiterer gängiger Branchenstandards, wie dem International Featured Standard (IFS), dem Standard des British Retail Consortium (BRC) oder der entsprechenden EU-Verordnungen zur Rückverfolgbarkeit.

Seit Mai 2016 ist die KRITIS-Verordnung des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) hinzugekommen. Sie betrifft Unternehmen, die für die Ernährung als „kritische Infrastruktur“ gelten. Dazu gehören zum Beispiel Produzenten, die über 434.500 Tonnen Speisen oder mehr als 350 Millionen Liter nicht alkoholische Getränke pro Jahr herstellen. Seit Mai 2018 müssen diese Unternehmen nachweisen, dass sie ihre IT nach dem aktuellen Stand der Technik absichern. Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) entwickelt derzeit einen Branchenstandard, der die Anforderungen der KRITIS-Verordnung erfüllt.

Die Kosmetikbranche in Deutschland: Kundennähe und Vertrieb entscheiden

Mäßig, aber stetig: So entwickelte sich das Wachstum des Kosmetikmarktes in Deutschland zuletzt. Für Schönheitspflege gaben die Deutschen 2017 insgesamt rund 13,6 Milliarden Euro aus – und damit 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Steigerungsrate lag zwischen 2013 und 2017 bei 1,5 Prozent pro Jahr. Dies hat der Branchenverband IKW (Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel) errechnet. Insgesamt zeigt der Markt also klare Tendenzen der Sättigung. Im Umkehrschluss heißt das für Kosmetikhersteller: Sie können mit Nagellack, Lidschatten, Gesichtscremes und Co. nur noch dann Marktanteile gewinnen, wenn sich die Produkte klar vom Wettbewerb abheben und gezielt an spezifischen Kundenbedürfnissen orientieren – sei es die Nachfrage nach natürlicher und naturnaher Kosmetik oder der Wunsch nach sogenannten „ethischen“ Produkten.

Wertschöpfung digital

Doch egal, ob klassische oder naturnahe Kosmetik: Die Hersteller von Schönheitspflegeprodukten benötigen in jedem Fall eine systematische und durchgängige Chargenrückverfolgung, die letztlich auch die Basis für eine schlanke Kostenstruktur darstellt. Wer auf Wachstum setzt, muss außerdem seine Lieferkette permanent optimieren und dabei vermehrt auch auf digitale Lösungen setzen. Die GUS-OS Suite unterstützt bei genau diesen Aufgaben, da sie direkt auf die prozessorientierte Wertschöpfungskette der Kosmetikproduzenten ausgerichtet ist.

Auch die kurzfristige Anpassung des Produktportfolios an veränderte Marktbedingungen ist mit dem prozessorientierten Lösungsbaukasten der GUS-OS Suite kein Problem. Ob Wirkstofftest, produktionsbegleitende Qualitätskontrolle, lückenloser Herkunftsnachweis oder die Prüfung von Verfalls- und Mindesthaltbarkeitsdatum – nahezu alle Geschäftsprozesse entlang der Lieferkette lassen sich mit der ERP-Lösung abbilden.

Die GUS-OS Suite berücksichtigt zudem die EU-Kosmetik-Verordnung und die „Grundsätze zur guten Herstellungspraxis“ des nationalen Branchenverbandes IKW. Beide Regelwerke schreiben den Herstellern nicht nur vor, die Inhaltsstoffe zu dokumentieren. Sie legen auch fest, wie der gesamte Produktionsprozess auszusehen hat. So müssen Kosmetikhersteller Produktinformationen zusammenstellen, die Sicherheit der Produkte bewerten, Rückstellmuster bilden und eine eindeutige Identifizierung jeder Charge gewährleisten. Diese Daten muss ein Unternehmen jederzeit abrufen können, um den Anforderungen der Ordnungsbehörden gewappnet zu sein.

Zwischen Discounter und Premium-Shop

Die Kosmetikbranche ist extrem weit aufgefächert: auf der einen Seite die Handelsmarken und günstigen Markenprodukte, die sich vor allem in den Regalen der Drogeriemärkte und Discounter befinden. Alleine diese beiden Vertriebsschienen generieren knapp 56 Prozent des Kosmetik-umsatzes hierzulande. Die Kunden sind in diesem Segment äußerst preissensibel. Dies führt wiederum dazu, dass auch der Handel gegenüber den Herstellern einen hohen Preisdruck ausübt. Andererseits existiert in der Kosmetikbranche auch ein äußerst lukrativer Premiumbereich, in dem die Kunden bereit sind, hohe Beträge für Qualitätsprodukte auszugeben. Hier erzielen die Hersteller zum Teil Gewinnmargen von bis zu 90 Prozent.

Um in diesem Premiumbereich mitmischen zu können, benötigen Produzenten vor allem zweierlei: einen direkten Draht zum Kunden, also ein gut funktionierendes Customer Relationship Management (CRM) sowie solide und flexibel einsetzbare Vertriebssysteme. Kundennähe und ein schlagkräftiger Vertrieb sind mittlerweile das A und O im Wettbewerb um die Kosmetikkunden. Sie stellen sozusagen die Kür dar, während eine schlanke und schnell getaktete Produktion mittlerweile Pflicht ist.

Viele Marken – ein Hersteller

Kriterien, die über Erfolg oder Misserfolg einer Produktlinie entscheiden, gibt es viele: Wer die angepeilte Marge pro Einzeltiegel erreichen will, muss permanent überprüfen, ob Distributionsweg, Marketingstrategie und Qualität zum Produkt und zur Zielgruppe passen. Manche Produkte benötigen Online-Blogger als Forum, um Erfolg zu haben. Im Premiumsegment ist der Online-Vertrieb dagegen nicht immer die richtige Wahl. Statt die etablierte Marke zu verwässern, ist der Launch einer Zweitmarke hier womöglich die bessere Option. Viele Produzenten vertreiben deshalb zum Teil mehrere Marken und Labels über unterschiedliche Verkaufskanäle. Vor diesem Hintergrund ist es unerlässlich, dass sich mehrere Mandanten im ERP-System abbilden lassen. Die GUS-OS Suite nennt dieses Vorgehen „dezentrale Planung“. Obwohl die Rohstoffe für die unterschiedlichen Produkte zu einem großen Teil die gleichen sind, werden diese in zahlreichen Varianten, voneinander abweichenden Qualitätsstufen und mit völlig unterschiedlichen Verpackungen produziert und vertrieben.

Auch die Zeit, die für die Planung und Beschaffung der Rohstoffe einzurechnen ist, spielt eine wesentliche Rolle. Ist ein Produkt beispielsweise aufgrund fehlerhafter Planung nicht verfügbar und die Nachfrage größer als das Angebot, drohen Kunden schnell abzuwandern. Daher hat die vorausschauende Planung unter Verwendung moderner Planungstools oberste Priorität. Wann ist der optimale Zeitpunkt zu ordern? Wie viele Rohstoffe sind auf Lager oder unterwegs? Wie lange dauert der Produktionsprozess? Wie lässt sich der Forecast dynamisch in die Planung integrieren?

Gute Datenbasis für die Digitalisierung

Die GUS-OS Suite bildet Rahmenverträge und Organisationsstrukturen vom Direktvertrieb über Vertretungen/Institute bis hin zum Groß-/ Detailhandel flexibel ab. Komfortable Auswertungen über Key Performance Indikatoren (KPIs) und Business Intelligence-Analysen zeigen zu jedem Zeitpunkt auf, wie profitabel das Unternehmen ist oder ob sich Engpässe abzeichnen. Die entlang der Wertschöpfungskette gesammelten Daten liegen somit strukturiert ausgewertet vor und stehen über den Digital Hub-Service auch für neue digitale Anwendungen zur Verfügung. Der Digital Hub ist Teil der GUS-OS Suite und ermöglicht es, externen Partnern Dienste und Funktionalitäten der ERP-Software bereitzustellen, ohne dabei sensible Stamm- oder Bewegungsdaten aus der Hand zu geben. Darüber hinaus lassen sich über die Digitalisierungsplattform externe Anwendungen ohne großen Aufwand einbinden.

Medizintechnik: Andere Länder, andere Zertifizierungen

Die Lebenserwartung steigt, die Geburtenzahlen bleiben niedrig, altersbedingte Krankheiten nehmen zu – auch aufgrund des demografischen Wandels kommt der Medizintechnik eine immer größere Bedeutung zu. Mit einem Umsatz von 10,6 Milliarden Euro im Inland und 18,6 Milliarden im Ausland (Stand 2016) zählt Deutschland laut Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) zu den weltweit bedeutendsten Produzenten von Medizinprodukten. Nach den USA und China ist Deutschland Nummer 3 auf dem Weltmarkt. Die 12.500 Unternehmen der Branche sind dabei fast alle mittelständisch geprägt. So beschäftigen 92 Prozent der MedTech-Unternehmen weniger als 250 Mitarbeiter. Zugleich ist die Branche stark am Export orientiert, bei dem sie es mit umfassenden Regulierungsvorschriften und aufwendigen länderspezifischen Zertifizierungsprozesse zu tun haben.

Die Medizintechnikbranche in Deutschland ist hoch innovativ und zeichnet sich durch sehr kurze Produktzyklen aus: Nach einer Umfrage des BVMed erzielen die Hersteller rund ein Drittel ihres Umsatzes mit Produkten, die nicht älter sind als drei Jahre. Im Durchschnitt investieren sie etwa neun Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Viele dieser Innovationen führen zu Einsparungen im Gesundheitssystem – sowohl im Krankenhaus, als auch beim niedergelassenen Arzt oder der Krankenkasse.

Strenge Zertifizierungsverfahren

Der Markt für Medizintechnik ist durch eine Vielzahl an Normen und Vorschriften stark reglementiert. Dabei sind die Anforderungen in den einzelnen Ländern sehr verschieden. In Deutschland muss der Prozess, den ein Produkt von der Entwicklung bis zur Marktzulassung durchläuft, vollständig dokumentiert werden. „Benannte Stellen“, also private Unternehmen, wie beispielsweise der TÜV, führen die entsprechenden Prüfverfahren durch. Dabei zertifizieren sie zum einen das Qualitätsmanagement des Herstellers, zum anderen das Medizinprodukt an sich. Das CE-Label kennzeichnet nach erfolgreicher Prüfung die Zulassung für den Markt.

In den USA ist hingegen zentral die FDA (Food and Drug Administration) für die Zertifizierung verantwortlich. Auch deutsche Hersteller, die ihre Produkte in Amerika anbieten wollen, müssen das Prozedere der FDA durchlaufen.

Eine neue Herausforderung stellt die EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) dar, die im Mai 2017 in Kraft getreten ist. Die Verordnung regelt, wie Unternehmen die Sicherheit und die medizinisch-technische Leistungsfähigkeit von Medizinprodukten im europäischen Wirtschaftsraum nachweisen können und müssen. Laut BVMed führt sie zu einem höheren Aufwand und steigenden Kosten für den Markteintritt. So vervierfacht sich zum Beispiel der Aufwand für die klinische Bewertung. Hinzu kommt, dass die neue MDR zu einem Engpass bei den „Benannten Stellen“ geführt hat.

UDI nun auch in Europa Pflicht

Einen wesentlichen Beitrag zur Vereinfachung des globalen Handels mit Medizinprodukten leistet UDI. Das Unique Device Identification System wurde im Mai 2017 zusammen mit der MDR auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz verpflichtend eingeführt. UDI sorgt dafür, dass Medizinprodukte eine weltweit eindeutige Produktnummer tragen müssen, die maschinenlesbar auf dem Produkt beziehungsweise der Verpackung hinterlegt ist. Dieser Code dient als Schlüssel zu einer UDI-Datenbank (UDID), die eine Reihe von Informationen zu den Produkten enthält. Das System wird eine eindeutige Identifizierung und weltweite Rückverfolgung von Medizinprodukten ermöglichen.

Die GUS Group unterstützt deutsche, europäische und internationale Zertifizierungsverfahren. Gepaart mit über 35 Jahren Erfahrung im validierungspflichtigen Umfeld sorgt die GUS Group so für eine reibungsfreie und schnelle Zulassung medizintechnischer Produkte.

„Alles, was unter die Haut geht“

Medizinprodukte sind hierzulande – abhängig von ihrer Anwendung und dem verbundenen Gefährdungspotenzial – in drei Risikoklassen eingeteilt. In Klasse I fallen beispielsweise Mundspatel oder Gehhilfen. Die Bewertung für diese Produkte liegt ausschließlich in der Verantwortung der Hersteller. Zu Klasse II zählen Medizinprodukte mit mittlerem Risiko, wie zum Beispiel Ultraschall- und Röntgengeräte. In dieser Gruppe muss in der Produktionsphase eine Benannte Stelle involviert sein. Produkte wie Hüftimplantate oder Herzklappen und -schrittmacher schließlich unterliegen der strengsten Klasse III-Bewertung.

Die GUS Group unterstützt die Entwicklung, Herstellung und Zertifizierung medizintechnischer Produkte, die „unter die Haut gehen“ – also die Klassen II (b) und III. Um die komplexen Anforderungen in diesen Klassen abbilden zu können, bietet die GUS-OS Suite eine „Workflow Engine“: Der Medizintechnik-Hersteller kann sich hier aus rund 1.000 Prozessschritten genau die Abläufe zusammenstellen, die er in seinem IT-System abbilden möchte. Programmierkenntnisse sind dafür nicht notwendig.

Prozesstransparenz und ein fortlaufendes Monitoring werden mit dem ERP-System GUS-OS Suite ermöglicht: Tools für die Datenanalyse, wie zum Beispiel Key Performance Indikatoren und Business Intelligence, gehören ebenso zum Standard wie Audit Trail und eine durchgängige Dokumentation des Produktlebenszyklus.

Digitalisierung revolutioniert medizinische Versorgung

Die intelligente Kontaktlinse bestimmt den Blutzuckergehalt in der Tränenflüssigkeit und sendet die Werte ans Smartphone und in die Patientenakte beim Hausarzt. Ein intelligentes Ultraschallgerät sendet die aufgenommenen Bilder an eine Virtual Reality-Brille, sodass der untersuchende Arzt eine dreidimensionale Innenansicht des Patienten erhält. Diese Beispiele zeigen, welche Möglichkeiten die Digitalisierung der Medizintechnik eröffnet. Neue Behandlungsansätze werden möglich, die Ärzte und Patienten aktiv bei der Therapie und Vorsorge unterstützen.

So erhöhen beispielsweise Kombinationsprodukte aus medizintechnischem Gerät und Arznei die Sicherheit bei der Dosierung von Medikamenten und minimieren falsche Dosierungen. Auch der 3-D-Druck aseptischer Implantate wie Hüftgelenke wird in naher Zukunft möglich sein. Ein weiterer wichtiger Trend ist die personalisierte Medizin auf Basis der Genom-Analyse. Hier werden Geräte benötigt, die große Mengen an Informationen verarbeiten können, um so Risikoprofile von Patienten für bestimmte Krankheiten zu erstellen. Gleichzeitig lassen sich so ganz gezielt Therapien danach auswählen, ob sie nach statistischer Wahrscheinlichkeit bei dem Patienten anschlagen würden.

Kontraktlogistik in Deutschland: ERP-Systeme ermöglichen neue Formen der Zusammenarbeit

Wenn es den Industrieunternehmen gut geht, sind auch die Auftragsbücher der Kontraktlogistiker gut gefüllt. Das ist in Deutschland seit mehreren Jahren der Fall. Doch nicht nur das große Volumen der produzierten Güter und die damit einhergehende hohe Lagerauslastung bringen die Industrie und ihre Logistikdienstleister immer enger zusammen. Vielmehr ist der Markt derzeit durch weiterführende Ansätze der Zusammenarbeit geprägt. So sind die Produktionsunternehmen immer mehr an zusätzlichen Services interessiert. Solche „qualifizierten Dienstleistungen“ wie Verpackungs- oder Trackingservices stellen in der Kontraktlogistik heute einen wesentlichen Faktor dar, wenn sich Logistikdienstleister Wettbewerbsvorteile verschaffen wollen. Zumal die neue Konkurrenz aus Osteuropa und Asien versucht, über niedrige Preise Marktanteile zu gewinnen.

Mehr als nur traditionelle Logistik

Schon längst geht es in der Branche nicht mehr nur um traditionelle Logistikaufgaben wie Transport und Lagerung. Zunehmend bieten Kontraktlogistiker auch Dienstleistungen wie zum Beispiel das Verpacken von Produkten, die Reinigung von Ladungsträgern oder die Vor-/Endmontage bestimmter Bauteile an. Ebenfalls eine immer größere Bedeutung bekommt das E-Fulfillment. Hier kümmert sich der Dienstleister um alle Aufgaben, die nach einer Online-Bestellung in einem Internetshop zu erledigen sind – von der Bestellannahme über Lagerhaltung, Kommissionierung und Verpackung bis hin zu Frankierung und Versand der Ware.

Beispiel Lebensmittel-Einzelhandel: Unternehmen setzen hier zunehmend auf einmalige Verkaufsaktionen, für die Produkte individuell konfektioniert und zu sogenannten Displays zusammengestellt werden. Diese Aufgabe übernehmen immer häufiger Kontraktlogistiker, da sich die Lebensmittelhersteller auf ihre Kernkompetenzen in der Produktentwicklung und -produktion fokussieren wollen. In diesem Fall ist es von Vorteil, wenn das eingesetzte ERP-System über ein Funktionsmodul verfügt, das die Übernahme von Wertschöpfungsprozessen (Value Added Services) durch Logistiker vorsieht – wie etwa bei der GUS-OS Logistik-Suite.

Workflow Engine als Prozessbaukasten

Doch auch innerhalb ein und derselben Branche gibt es keine Standardprozesse. Für den Logistiker erfordert jeder Neukunde das Aufsetzen eines neuen Projektes mit ganz individuellen Abläufen der Auftragsabwicklung. Das können besondere Anforderungen an das Qualitätsmanagement, mehr oder weniger strenge Vorgaben für die Rückverfolgbarkeit der Waren oder beim Fulfillment-Service auch besondere Preis- und Konditionengefüge sein. Um diese komplexen, sich kontinuierlich verändernden Anforderungen erfüllen zu können, bietet die GUS-OS Logistik-Suite die sogenannte Workflow Engine: Mit dieser Funktion kann sich der Kontraktlogistiker aus rund 1.000 Prozessen und Einzelschritten für jeden Kunden genau die Abläufe zusammenstellen, die er in seinem IT-System abbilden möchte. Programmierkenntnisse sind nicht notwendig.

ERP als Schaltstelle der digitalen Transformation

Auch generell wird die Bedeutung von ERP-Systemen in der Kontraktlogistik weiter zunehmen. Zu diesem Schluss kommt zum Beispiel die Studie „Trends und Strategien in Logistik und Supply Chain Management“, die von der Bundesvereinigung Logistik (BVL) durchgeführt wurde. Ihr zufolge besitzen ERP- und Warehouse Management-Systeme die höchste Relevanz, wenn es um innovative Technologiekonzepte als Wandlungstreiber der digitalen Transformation geht. Denn beispielsweise die Bedeutung der Prädiktiven Analyse, des mobilen Datenzugriffs für Kunden sowie der Sensorik zur Überwachung der Lieferkette wird laut BVL in den kommenden Jahren deutlich zunehmen.

Das Interesse der Unternehmen geht dabei zunächst dahin, dass sie die bestehenden Prozesse durch digitale Features weiter optimieren. Dazu zählen zum Beispiel MDE-Geräte für die elektronisch unterstützte Abwicklung der intralogistischen Prozesse oder Pick-by-Voice-Funktionen, bei denen Spracherkennungsfunktionen das Bedienen von MDE-Geräten sogar ersetzen können. Ebenfalls im Blickpunkt stehen vollelektronische Schnittstellen zu Kunden und Geschäftspartnern, die Medienbrüche durch Excel-Formulare oder gar papierbasierten Datenaustausch vermeiden.

Kontraktlogistiker punkten hier durch neue Kollaborationslösungen und erhöhte Transparenz. Sie ermöglichen es ihren Kunden zum Beispiel, ihre Bestände in Echtzeit abzurufen, aktuelle Auftragszahlen zu ziehen oder die an einem Tag getätigten Transaktionen in der Kommissionierung nachzuvollziehen. Die GUS-OS Logistik-Suite hält für solche Services ihren „Digital Hub“ vor, bei dem sich externe Anwender und Peripherie-Systeme ohne zusätzliche Programmierung integrieren lassen. Wichtig in Sachen Sicherheit und Datenschutz ist dabei: Die angeschlossenen Kunden und Partner können alle vereinbarten Informationen abrufen, ohne dabei auf das ERP-System selbst zuzugreifen. Insofern fungiert die GUS-OS Logistik-Suite als zentrale Datenplattform und Taktgeber aller beteiligten Anwender und Systeme.

Viele Branchen, viele Regulatorien

Nicht zuletzt benötigen Kontraktlogistiker unterstützende ERP-Systeme, mit denen sie die regulatorischen Anforderungen in den Märkten ihrer Kunden abbilden können. In der Lebensmittelbranche sind dies vor allem die Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV), das Qualitätswerkzeug HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Points/Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte) und der Qualitätsstandard „International Featured Standard“ (IFS) Food. In der Pharmabranche hingegen dominieren die GMP-Regeln (Good Manufacturing Practice) sowie die neue EU-Verordnung zur Serialisierung, die den Handel mit illegalen Arzneimitteln unterbinden soll, indem jede einzelne Packung etikettiert und nachverfolgbar sein muss. In solchen qualitätsorientierten Branchen bietet die GUS-OS Logistik-Suite vielfältige Funktionalitäten, um die Einhaltung der regulatorischen Anforderungen in effizienter und zuverlässiger Weise zu gewährleisten.

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